Lexikon
Motorsport-
Lexikon.
55 Begriffe aus Rennsport und Trackday-Alltag, verständlich erklärt. Von der Ideallinie über die Bedeutung der Flaggen bis zur richtigen Bremstechnik.
55 Begriffe
A
- Abtrieb
- Kraft, die das Fahrzeug durch Flügel, Unterboden und Diffusor auf die Strecke drückt. Mehr Abtrieb bedeutet mehr Grip in schnellen Kurven, aber auch mehr Luftwiderstand auf der Geraden.
- Apex
- Der Scheitelpunkt einer Kurve: der Punkt, an dem das Fahrzeug der Innenseite am nächsten kommt. Wer den Apex richtig trifft, kann früher und schneller aus der Kurve beschleunigen.
- Aquaplaning
- Bei viel Wasser auf der Strecke verlieren die Reifen den Kontakt zum Asphalt und schwimmen auf. Regenreifen mit tiefem Profil leiten das Wasser ab und verringern das Risiko.
- Auslaufzone
- Freie Fläche neben der Strecke, meist aus Asphalt, Kies oder Rasen. Sie gibt Fahrzeugen, die von der Strecke abkommen, Platz zum Abbremsen.
B
- Balance of Performance (BoP)
- Einstufung in GT- und Langstreckenserien: Gewicht, Leistung oder Tankgröße werden angepasst, damit unterschiedliche Fahrzeugmodelle konkurrenzfähig sind.
- Bergrennen
- Rennen, bei dem jedes Fahrzeug einzeln gegen die Uhr eine gesperrte Bergstraße hinauffährt. Es zählt nur die eigene Zeit, direkte Zweikämpfe gibt es nicht.
- Boxengasse
- Abgetrennte Fahrspur neben der Start-Ziel-Geraden, an der die Boxen der Teams liegen. Dort gilt ein Tempolimit, das per Funk oder Knopf am Lenkrad eingehalten wird.
- Boxenstopp
- Halt in der Boxengasse, um Reifen zu wechseln, nachzutanken oder Reparaturen vorzunehmen. In der Formel 1 dauert ein Reifenwechsel oft nur zwei bis drei Sekunden.
- Bremspunkt
- Die Stelle vor einer Kurve, an der gebremst wird. Fahrer orientieren sich dafür an Markierungen wie Schildern, Randsteinen oder Flecken im Asphalt.
- Briefing
- Pflichtbesprechung vor einem Rennen oder Trackday. Erklärt werden Ablauf, Flaggen, Regeln der Strecke und Verhalten bei Zwischenfällen. Wer fehlt, darf meist nicht fahren.
D
- Diffusor
- Aerodynamisches Bauteil am Heck unter dem Fahrzeug. Er beschleunigt die Luft unter dem Auto und erzeugt so Abtrieb, ohne viel Luftwiderstand.
- Drift
- Kontrolliertes Fahren mit ausbrechendem Heck, bei dem die Hinterräder bewusst durchdrehen. Im Driftsport werden Winkel, Linie und Stil bewertet, nicht die Zeit.
- DRS
- Drag Reduction System: In der Formel 1 bis 2025 eine verstellbare Klappe im Heckflügel, die der Verfolger in bestimmten Zonen öffnen durfte, um leichter zu überholen. Seit 2026 ersetzt durch aktive Aerodynamik und einen Überholmodus.
E
- Einführungsrunde
- Runde vor dem Start, in der die Fahrer Reifen und Bremsen aufwärmen und sich wieder in der Startaufstellung einreihen. Überholen ist dabei verboten.
F
- FIA
- Fédération Internationale de l’Automobile, der Automobil-Weltverband. Er erlässt die Regeln für Formel 1, Langstrecken- und Rallye-WM und weitere internationale Serien.
- Flagge, blau
- Ein schnelleres Fahrzeug nähert sich, meist ein Überrundender. Du musst es bei nächster Gelegenheit vorbeilassen. Beim Trackday zeigt sie oft einfach an: Lass den Schnelleren vorbei.
- Flagge, gelb
- Gefahr auf oder neben der Strecke: Tempo reduzieren, Überholen verboten. Doppelt geschwenkt heißt: stark verlangsamen und bereit sein anzuhalten.
- Flagge, gelb-rot gestreift
- Rutschige Fahrbahn, etwa durch Öl, Wasser oder Schmutz auf der Strecke.
- Flagge, grün
- Die Strecke ist wieder frei, der vorherige Gefahrenabschnitt ist beendet.
- Flagge, karierte
- Ende des Rennens oder der Sitzung. Nach dem Abwinken fährt man eine langsame Auslaufrunde.
- Flagge, rot
- Abbruch der Sitzung oder des Rennens. Alle Fahrer verlangsamen sofort, überholen nicht und fahren langsam in die Boxengasse.
- Flagge, schwarz
- Wird mit Startnummer gezeigt: Der betroffene Fahrer muss in die Box kommen, zum Beispiel wegen eines Regelverstoßes oder Ausschlusses.
- Flagge, schwarz mit orangem Kreis
- Technischer Defekt am Fahrzeug, etwa lose Teile oder Ölverlust. Der Fahrer muss zur Kontrolle an die Box.
- Full Course Yellow
- Gelbphase für die gesamte Strecke, vor allem im Langstreckensport. Alle Fahrzeuge müssen ein vorgegebenes Tempolimit einhalten, Überholen ist verboten.
G
- Grip
- Haftung der Reifen auf dem Asphalt. Sie hängt von Reifentemperatur, Gummimischung, Streckenbelag, Wetter und Abtrieb ab.
H
- Homologation
- Offizielle Zulassung eines Fahrzeugs oder Bauteils für eine bestimmte Rennserie. Ohne Homologation darf es dort nicht eingesetzt werden.
I
- Ideallinie
- Der schnellste Weg durch eine Kurve oder eine Kurvenfolge: außen anfahren, innen den Apex treffen, außen herausbeschleunigen. Auf ihr liegt oft dunkler Gummiabrieb.
K
- Kerb
- Randstein am Kurveninnen- oder -außenrand, meist rot-weiß oder grün-weiß bemalt. Er markiert die Streckengrenze und kann teilweise überfahren werden.
- Kiesbett
- Auslaufzone aus Kies, die Fahrzeuge schnell abbremst. Sie ist besonders wirksam, aber wer darin landet, kommt meist nicht ohne Hilfe heraus.
- Knieschleifer
- Austauschbarer Schleifschutz außen am Knie einer Motorrad-Lederkombi. Er schützt das Leder, wenn das Knie in starker Schräglage den Asphalt berührt.
L
- Le-Mans-Start
- Früher übliche Startart, bei der die Fahrer über die Strecke zu ihren Autos rannten. Wurde aus Sicherheitsgründen abgeschafft.
- Lizenz
- Fahrerlizenz eines Motorsportverbands (in Deutschland meist DMSB). Für echte Rennen Pflicht, für Trackdays und Touristenfahrten in der Regel nicht nötig.
N
- Nordschleife
- Die rund 20,8 Kilometer lange Nürburgring-Strecke in der Eifel mit 73 Kurven. Jackie Stewart gab ihr den Spitznamen „Grüne Hölle“.
O
- Open Pitlane
- Trackday-Format, bei dem die Boxenausfahrt den ganzen Tag offen ist. Jeder fährt, wann er will, ohne feste Gruppen oder Zeitfenster.
P
- Parc fermé
- Abgesperrter Bereich nach Qualifying oder Rennen, in dem die Fahrzeuge nicht mehr verändert werden dürfen. So wird kontrolliert, dass die Autos regelkonform sind.
- Pole-Position
- Der erste Startplatz, vergeben an den Schnellsten im Qualifying.
Q
- Qualifying
- Zeittraining vor dem Rennen, das die Startaufstellung bestimmt. In der Formel 1 in drei Abschnitten mit Ausscheiden der jeweils Langsamsten.
R
- Rallye
- Motorsport auf gesperrten öffentlichen Straßen oder Schotterpisten. Gefahren wird einzeln auf Zeit über mehrere Wertungsprüfungen, mit Beifahrer, der den Aufschrieb vorliest.
- Rundenzeit
- Zeit für eine vollständige Runde, gemessen per Transponder oder Lichtschranke. Beim Trackday wird oft gemessen, aber nicht gewertet.
S
- Safety Car
- Führungsfahrzeug, das nach einem Unfall vor das Feld fährt und das Tempo drosselt. Überholen ist verboten, bis es wieder in die Box fährt.
- Schikane
- Englisch Chicane: eine enge Kurvenkombination, meist links-rechts oder rechts-links, die auf schnellen Abschnitten eingebaut wird, um das Tempo zu senken.
- Schräglage
- Neigung eines Motorrads in der Kurve. MotoGP-Fahrer erreichen mehr als 60 Grad, im normalen Straßenverkehr deutlich weniger.
- Sektor
- Teilabschnitt einer Strecke für die Zeitnahme. Die meisten Strecken haben drei Sektoren, so sieht man, wo jemand Zeit gewinnt oder verliert.
- Slicks
- Rennreifen ohne Profil für trockene Strecken. Sie haben die größte Auflagefläche und damit den meisten Grip, sind aber bei Nässe gefährlich.
- Stint
- Abschnitt, den ein Fahrer ohne Boxenstopp fährt, oder bei Langstreckenrennen die Fahrzeit eines Fahrers am Stück.
T
- Touristenfahrten
- Öffentliche Fahrten auf einer Rennstrecke, etwa auf der Nordschleife. Bezahlt wird pro Runde, es gilt die Straßenverkehrsordnung, und es ist viel Verkehr.
- Track Limits
- Streckenbegrenzung. Wer mit allen vier Rädern die weiße Linie überfährt, verlässt die Strecke. Im Rennen wird das mit Rundenzeit-Streichung oder Strafen geahndet.
- Trackday
- Tag, an dem Privatleute mit dem eigenen Auto oder Motorrad auf einer Rennstrecke fahren können, ohne Wertung, oft in Gruppen nach Erfahrung.
- Trail Braking
- Fahrtechnik, bei der man beim Einlenken noch leicht weiterbremst. Das hält Gewicht auf der Vorderachse und hilft dem Auto, in die Kurve zu drehen.
- Transponder
- Kleiner Sender am Fahrzeug, der beim Überfahren einer Messschleife im Boden die Rundenzeit erfasst.
U
- Übersteuern
- Das Heck bricht in der Kurve aus, das Fahrzeug dreht stärker ein als gewollt. Typisch bei Hecktrieblern, wenn zu früh zu viel Gas gegeben wird.
- Untersteuern
- Das Fahrzeug schiebt über die Vorderräder nach außen und folgt dem Lenkeinschlag nicht. Häufig bei zu hohem Kurventempo oder bei Fronttrieblern.
V
- Virtual Safety Car (VSC)
- Neutralisation ohne echtes Safety Car: Alle Fahrer müssen eine vorgegebene Mindestzeit pro Abschnitt einhalten, die Abstände bleiben so erhalten.
W
- Windschatten
- Bereich hinter einem Fahrzeug mit geringerem Luftwiderstand. Wer dicht folgt, wird auf der Geraden schneller und kann zum Überholen ansetzen.
Z
- Zwischengas
- Beim Herunterschalten kurz Gas geben, damit die Motordrehzahl zur neuen Gangstufe passt. Verhindert, dass die Antriebsräder blockieren. Mit gleichzeitigem Bremsen heißt die Technik Spitze-Hacke.
Kein Begriff gefunden. Fehlt dir etwas? Schreib uns an info@motorspeedway.de.